Zuschauer: 50 Bes. Vorkomnisse: 75. G-R Scheepker nach wiederholtem Foulspiel
Im Dohrener Waldstadion kam es zu einem sogenannten Abstiegsendspiel, zusätzliche Brisanz sorgte die örtliche Nähe der beiden Teams. Dohren wollte sich rehabilitieren für die Klatsche aus der Vorwoche, während Hollenstedt weiterhin auf den ersten Punktgewinn im Jahre 2012 wartet. Dohren musste im Vergleich zur Vorwoche neben den Langzeitverletzten Tiemann und Frediani noch auf weitere Stammspieler verzichten, wobei besonders das Fehlen von Reinecker, Hassenpflug und Brunckhorst zu erwähnen ist.
Die Anfangsphase gehörte den Gästen die mit viel Einsatz und Elan die Partie angingen, während bei den Gastgebern immer noch ein stückweit Verunsicherung aus der Vorwoche zu spüren war. Chancen waren zu Beginn Mangelware, doch das sollte sich im Laufe der ersten Halbzeit ändern. Mit zunehmender Dauer bekamen die Gastgeber die Partie in den Griff und konnten sich vorne gute Gelegenheiten erarbeiten. Nach 15 Minuten hatte Leesch nach feiner Kopfballverlängerung von Fengler die erste Riesenchance auf dem Fuß, doch setzte er frei vor dem Tor den Ball knapp am langen Eck vorbei. Nur kurz darauf hatte Hassenpflug die nächsten gute Chancen, erst kam er nach einem Freistoß von Stegmann frei zum Kopfball, setzte den aber in die Arme des Keepers und dann wäre nur eine Minute später seine verunglückte Flanke genau im Giebel eingeschlagen, doch kratzte der Keeper den Ball mit den Fingerspitzen noch aus dem Eck. Als dann auch noch Goalgetter Fengler nach tollem Pass von Röske frei auf den Schlussmann zusteuerte, dieser den Ball aber abwehrte und Wohlgemuth im letzten Moment von einem Verteidiger beim Nachschuss abgedrängt wurde, rauften sich die heimischen Fans die Haare.
Wie so oft im Fußball sollte sich das Auslassen bester Chancen rächen, Hollenstedt kam mit vereinzelten Distanzschüssen dem Tor von Keeper Schmolt zwar recht nahe, aber die wirklich großen Möglichkeiten hatte der Gast nicht. Als man sich bereits auf die Halbzeit vorbereitete, schlug der Gast eiskalt zu. Mit einem sehenswerten Freistoßtor aus 25 Metern, ließ man dem Dohrener Keeper keine Abwehrmöglichkeit.
Der zweite Durchgang begann mit einem Nackenschlag für die Gastgeber. In der Vorwärtsbewegung vertändelte man den Ball und ermöglichte dem Gast einen Bilderbuchkonter. Über die Außenbahn setzte sich der Hollenstedter durch, steuerte in den 16er und legte dann quer zum zweiten Pfosten wo sein Mitspieler nur noch den Fuß hinhalten musste.
In der Folgezeit konzentrierte sich Hollenstedt aufs Verteidigen des Vorsprungs, sowie aufs Kontern und es entwickelte sich nun ein hitziges Derby mit vielen Nickligkeiten. Trauriger Höhepunkt war ein klares Nachtreten des Hollenstedter Spielers im Mittelkreis, das wirklich alle auf und neben dem Platz gesehen haben, einzig der Schiedsrichter sah es nicht, dem eh ein Händchen fehlte um Spielsituationen korrekt einzuordnen.
Auch im zweiten Durchgang drängten die Gastgeber auf das Tor, aber erneut werden auch beste Chancen liegengelassen. Hassenpflug wurde im letzten Moment vor dem leeren Tor bedrängt und Röske scheiterte nach einer tollen Kombination über Leesch und Fengler frei vor dem Kasten am Keeper. Als dann der Torschütze des 1:0 nach wiederholtem Foulspiel den Platz verlassen musste, keimte nochmal Hoffnung auf. Als dann Wohlgemuth einen Freistoß von Stegmann per Kopf über die Linie beförderte, war auch die Kulisse wieder da und es entwickelten sich rasante zehn Minuten. Der eingewechselte Cohrs hatte kurz vor Ende der Spielzeit die Riesenchance den Ausgleich zu erzielen, nachdem man den Gast auskonterte und Röske seinen Mitspieler perfekt in Szene setzen konnte. Der Ball flog jedoch um Zentimeter am langen Eck vorbei, stattdessen zeigte erneut der Gast wie man seine Chancen konsequent nutzt. Unbedrängt im Mittelfeld konnte der Hollenstedter den Ball vors Tor treiben und dann den Pass in den Lauf spielen, wo der Stürmer keine Probleme hatte zum 1:3 einzuschieben.
Fazit: Eine bittere Heimpleite für Dohren. Trotz bester Chancen konnte man nur einmal Jubeln und musste den effektiveren Gästen die drei Punkte lassen, die dadurch auf Platz 6 der Tabelle springen konnten. Dohren hat nun in der kommenden Woche im Heimspiel gegen Estetal bereits ein richtungsweisendes Spiel vor sich.