Endlich rollt der Ball auch in der Liga wieder, trotz des Ausfalls von Frediani, Dannreuther, Röske, Stegmann, Carstens, Eggers und Piotrowski konnte Trainer Haller einen Kader von 17 Mann berufen. Die Verantwortlichen des SV Dohren waren fleißig gewesen in der Sommerpause und konnten die dünne Personaldecke nicht nur in der Breite ergänzen, sondern auch qualitativ verbessern. Nachdem die Mannschaft am morgen ihre treuesten Fans zum Brunch im Sporthaus eingeladen haben, sollten am Nachmittag gegen den Mitabsteiger FC Roddau die ersten Punkte eingefahren werden.
Für eine Mannschaft der zweiten Kreisklasse sehr ungewöhnlich spielten die Gäste mit einer Vierer-Abwehrkette und auf Abseits, da es in dieser Liga jedoch keine neutralen Assistenten zur Unterstützung des Schiedsrichters gibt, ist so eine Ausrichtung ein Ritt auf der Rasierklinge. Die Anfangsphase gehörte den Gästen, auch wenn der letzte entscheidende Pass fehlte und die Abwehr um Hillemann, Parsch und Schmidt sicher stand. Wenn Dohren in Ballbesitz kam, wollte man die hohe Verteidigung entsprechend aushebeln und die Geschwindigkeitsvorteile von Brunckhorst und Heinz ausnutzen. Es war der erst 18-jährige Heinz, der als erstes die Chance bekam nachdem die Abseitsfalle nicht griff und Roddaus Keeper so gerade noch den Ball am 16er klären konnte. Trotzdem konnte man bereits erkennen, dass es heute noch öfters zu solchen Situationen kommen wird, wenn Dohrens Mittelfeldachse um Pniok, Hassenpflug und Rückkehrer Ehmcke weiter die Bälle schnell in die Schnittstellen befördern. Pniok war es auch der nach 20 Minuten Brunckhorst bediente, dieser seinem Bewacher enteilte, einen weiteren Verteidiger aussteigen ließ und den Ball mit der Seite im langen Eck unterbrachte. Roddaus gefährlichste Offensivaktionen waren als ein unglücklich verlängerter Ball im Zentrum den Weg zum Roddauer fand, dieser aber aus elf Metern freistehend den Ball nicht traf, sowie als Hillemann einen Schussversuch per Grätsche abfälschte und Keeper Tiemann den Ball gerade noch aus dem kurzen Eck fischen konnte. Bis kurz vor der Halbzeit hätte man durch Heinz, Brunckhorst und Haller noch nachlegen können, aber man verpasste das vorzeitige 2:0. Roddaus Abseitsfalle funktionierte bis auf die drei Ausnahmen ansonsten sehr gut und Dohrens Angreifer starteten ein ums andere Mal, sehr zum Ärger ihres Trainers, deutlich zu früh. Mit dem Pausenpfiff fiel dann aber doch der zweite Treffer, nach Balleroberung am eigenen 16er gelangte der Ball zu Ehmcke, der den Ball in den Lauf von Heinz beförderte, dieser ließ den Keeper vorbeilaufen, befand sich aber bereits sehr weit außen, so dass er sich für den Querpass auf Brunckhorst entschied der aus wenigen Metern das leere Tor nicht mehr verfehlen konnte. Roddau haderte mit einigen Abseitsentscheidungen, aber keinen Vorwurf an den Schiedsrichter der das Spiel umsichtig leitete und halt nicht auf Assistenten zurückgreifen kann bei solchen Entscheidungen.
Es ging also mit der 2-Tore-Führung in Durchgang zwei und in dieser Halbzeit hatten die Hausherren Chancen für zwei Spiele, da die Abseitsfalle mit zunehmender Dauer immer seltener griff und sich Dohrens Spieler nun besser postierten vor den zuspielen. Heinz konnte bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff auf 3:0 erhöhen, als er einen zu kurz geratenen Kopfball des Verteidigers auf seinen Keeper abfing und sofort ins kurze Eck abschloss. Ehmcke befand sich nur noch im Vorwärtsgang und bekam mehrere Chancen seinen ersten Pflichtspieltreffer seit seiner Rückkehr zu erzielen, immer wieder tauchte er frei vor dem Kasten auf, verpasste aber meist denkbar knapp sein Tor.
Der gerade erst eingewechselte Penderak schraubte das Ergebnis auf 4:0, als er den Ball an der Außenbahn eroberte in Richtung Zentrum zog und das Leder ins lange Eck schlenzte, als er keinen besser postierten Mitspieler fand. Kurz vor Ende krönte Brunckhorst seine starke Leistung mit Tor Nummer drei. Tiemanns Abschlag landete zwischen Verteidiger und Torwart, der Keeper versuchte das Leder rauszubefördern und in dem Gewusel gelangte der Ball zu Dohrens Torjäger der den Ball im leeren Tor unterbrachte.
Fazit: Ein deutlicher Auftaktsieg, der bei konsequenterer Chancenverwertung vor dem Tor noch hätte höher ausfallen können. Die Gäste begannen gut, aber die Ausrichtung auf Abseits zu spielen erwies sich als ihre Achillesferse. Nach dem 3:0 spielten nur noch die Hausherren und konnten noch zwei weitere Tore nachlegen.