Derbytime in Holvede! Die Vorzeichen hätten unterschiedlicher kaum sein können, Dohren mit breiter Brust nach den jüngsten Erfolgen, während Holvedes blutjunge Truppe seit drei Spielen sieglos blieb und den Anschluss ans die Spitze verlor. Personell ging der Gast auf den Zahnfleisch, mit Frediani, Zietz, Petzold, Carstens, Berge, Gordziel, Kahnenbley, Mumm und Reinecker fehlten dem Gästetrainer gleich acht Leute, während die Hausherren eine komplette 18er Bank vorweisen konnten.
Bei äußerst windigem Wetter fanden sich zahlreiche Zuschauer ein und sorgten für eine gute Kulisse. Dohren startete gut in die Partie, übernahm die Initiative und griff die Hausherren früh an, so dass ein gelungener Aufbau selten bis gar nicht gelang da konsequent gedoppelt wurde. Erstes offensive Ausrufezeichen nach knapp zehn Minuten als Hillemanns Abschlag über die Abwehrkette flog und Brunckhorst frei durch war, der Ball aber zu weit nach Außen getragen wurde, so dass kein vernünftiger Abschluss mehr möglich war. Nach der Anfangsviertelstunde bekamen die Gastgeber einen Fuß in die Tür und hielten in den Zweikämpfen dagegen, so dass es ein typisches Kampfspiel wurde bei dem die Gäste aber fußballerisch deutlich besser agierten. Holvedes erste gute Gelegenheit sollte sich ergeben, als man am Strafraumrand einen Freistoß zugesprochen bekam und Dohrens Libero Schmidt eine berechtigte gelbe Karte sah. Der Freistoß blieb aber in der Mauer hängen, die zweite gute Chance war wieder eine Standardsituation kurz vor der Pause. Erneut ging Libero Schmidt in den Zweikampf und traf seinen Gegner und die Folge war gelb-rot und damit eine mehr als 50-minütige Unterzahl für die Gäste. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung wenn in der Kartenvergabe nicht mit zweierlei Maß gemessen worden wäre vom Schiedsrichter, während Dohrens Spieler laufend Karten erhielten, durften die genauso hart spielenden Holveder unbeirrt und ungestraft in die Zweikämpfe gehen.
Bis zum Platzverweis waren es Brunckhorst mit einem tollen Lattenfreistoß und Röske, der nach einem Konter aus elf Metern frei vergab, die die Dohrener Führung auf dem Fuß hatten. Es ging also mit dem 0:0 in die Pause und Dohrens Marschrichtung war klar, abwarten was die Gastgeber auf die Reihe kriegen. Trotz der numerischen Überlegenheit gelang es Holvede aber bis auf wenige Situationen in denen Keeper Hillemann auf dem Posten war, nicht die Dohrener Defensive in Bedrängnis zu bringen.
Nach 68 Minuten ging der Gast dann sogar in Führung: Ein weiter Abschlag landet bei Penderak, der den Ball wunderbar runterpflückt und mit dem Rücken zum Tor steht. Trotz Bedrängnis von zwei Innenverteidiger konnte sich der junge Dohrener mit einem tollen Trick durchsetzen und behielt vor Keeper Schütte die Nerven und schob zum 1:0 ein.
Es dauerte jedoch keine Minute da spielte sich erneut der Schiedsrichter in den Vordergrund, als er für ein Allerweltsfoul auf Höhe der Mittellinie Hassenpflug für sein zweites Vergehen ebenfalls mit gelb-rot vom Platz schickte. 20 Minuten mit neun Mann gegen elf, eine Herkulesaufgabe. Holvede setzte alles auf eine Karte und erhöhte den Druck weiter, kam aber weiterhin nur selten in Abschlussnähe. Einen der wenigen Konter hätte Röske beinahe veredelt, aber sein Lupfer aus spitzem Winkel wurde kurz vor der Linie geklärt.
In der 85. Minute mussten die Gäste dann der Unterzahl Tribut zollen, als Holvede schnell direkt spielte und Scholz frei vor Hillemann zum Ausgleich einnetzte. Die letzten Minuten waren eine reine Abwehrschlacht und es schien so als würde der Gast für seinen couragierten Auftritt einen Punkt mitnehmen. Mit der letzten Aktion einem Freistoß Höhe Mittellinie wurde der Ball in Richtung 5er gebracht, wo der Ball irgendwie auf den Hinterkopf des eingewechselten Jennrich landete und ins Tor verlängert wurde. Ironie an der ganzen Geschichte: 90 Minuten keine Sonne und bei der Aktion werden sowohl Keeper Hillemann als auch die anderen beteiligten derart geblendet, das niemand wirklich den Ball hat kommen sehen.
Das Spiel wurde nicht mehr angepfiffen und Dohrens Spieler hatten Schiedsrichter Schwab noch ein, zwei Takte zu erzählen was darin mündete das Schmolt noch glatt rot wegen Schiedsrichterbeleidigung bekam. Fazit: Ein mehr als glücklicher Sieg für den Gastgeber, die ihre numerische Überlegenheit nur selten ausspielen konnten und am Ende eine Standardsituation brauchten um zum Erfolg zu kommen. Dohren verpasste es in seiner Drangphase die Führung zu erzielen und musste am Ende den schwindenden Kräften Tribut zollen.